Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 24.02.2018 · Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Die heilende Wirkung der Lichttherapie

Die Rolle, die das Tageslicht in unserem Leben spielt, wird häufig unterschätzt. Dass Licht sogar eine heilende Wirkung bei schwerwiegenden Krankheiten wie zum Beispiel Depressionen haben kann, halten in der Folge viele immer noch für reinen Hokuspokus. In diesem Artikel möchten wir uns deshalb mit dem Thema Lichttherapie befassen und erklären, wann, warum und wie diese genau funktioniert.

Die Bedeutung von Licht für den menschlichen Körper

Dass Sonnenlicht einen großen Einfluss auf den menschlichen Körper hat, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Bereits in der Antike erkannte man, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von bestimmten Erkrankungen und der jahreszeitlich abhängigen Leuchtkraft der Sonne gab. Sogar der berühmte Hippokrates setzte sich deshalb schon mit dem Thema Licht auseinander.

Licht hält die „innere Uhr“ synchron

Den genauen Wirkungsmechanismen kam man jedoch erst vor ca. 20 Jahren auf die Spur, als Wissenschaftler rund um David Berson von der Brown-Universität in Providence eine neue Nervenzellenart entdeckte. Diese Nervenzellen befinden sich in der Netzhaut des Auges und sind über Nervenbahnen direkt mit dem Gehirn verbunden.

Die speziellen Nervenzellen sind in der Lage, das Protein Melanopsin zu bilden. Melanopsin ist photosensitiv und reagiert auf Licht aus dem blauen Spektrum, zu dem auch das natürliche Sonnenlicht zu zählen ist. Die lichtempfindlichen Nervenzellen im Auge können somit Unterschiede bei der Umgebungshelligkeit wahrnehmen und die aufgenommenen Reize direkt ins Gehirn weiterleiten.

Die so gewonnenen Informationen zur Umgebungshelligkeit nutzt das Gehirn dann zum Synchronisieren der sogenannten „inneren Uhr“. In der Fachsprache wird diese auch circadianer Rhythmus genannt. Die innere Uhr des Menschen ist unter anderem dafür verantwortlich, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus aufrechterhalten wird.

Doch damit allein ist es noch nicht getan. Damit der Mensch nachts schlafen kann und tagsüber wach ist, muss der Schlaf-Wach-Rhythmus auch noch mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus der Erde übereinstimmen. Hier kommen die speziellen photosensitiven Nervenzellen in der Netzhaut ins Spiel. Über sie kann das Gehirn stets feststellen, ob auf der Erde gerade Tag oder Nacht ist, und die innere Uhr entsprechend synchronisieren.

Der Einfluss von Licht auf den Hirnstoffwechsel

Die Synchronisation des circadianen Rhythmus mit dem Tag-Nacht-Rhythmus der Erde erfolgt über zwei wichtige Hormone, die das menschliche Gehirn produzieren und ausschütten kann: Melatonin und Serotonin. Melatonin ist als Schlaf- bzw. Dunkelhormon bekannt und bewirkt, dass wir uns müde und schläfrig fühlen. Melatonin sorgt also dafür, dass wir schlafen können, und wird während der Dunkelheit in der Zirbeldrüse (lat. Epiphyse) gebildet. Licht hingegen hemmt die Produktion von Melatonin.

Melatonin gegenüber steht das Hormon Serotonin, das auch als sogenannter Neurotransmitter, also als wichtiger Botenstoff für unser Nervensystem, fungiert. Serotonin wird oftmals auch als Glückshormon bezeichnet, weil es in unserem Körper Gefühle der Zufriedenheit, Gelassenheit und inneren Ruhe auslöst und gleichzeitig negative Gefühlszustände wie Angst, Kummer oder Wut hemmt.

Serotonin kommt auch bei der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus eine wichtige Rolle zu, denn es wirkt belebend und stimmungsaufhellend. Als eine Art natürliches Antidepressivum sorgt es dafür, dass wir morgens nach dem Aufstehen in Schwung kommen und mit frischer Energie in den Tag starten können. Serotonin ist zudem ein Ausgangsprodukt von Melatonin, denn der Körper erzeugt das Schlafhormon stets über den Umbau von Serotonin.

Lichtmangel führt zu gesundheitlichen Problemen

Sonnen- bzw. Tageslicht spielt also eine entscheidende Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus beim Menschen. Aus diesem Grund kann ein andauerndes Lichtdefizit auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Bekommt unser Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Tageslicht ab, kann unsere innere Uhr aus dem Takt geraten. Dies liegt daran, dass unser Körper unter Lichtmangel zu viel des Schlafhormons Melatonin produziert, wodurch letztendlich auch er Serotonin-Spiegel sinkt.

In den nördlichen Regionen der Erde, wo es während der Wintermonate besonders dunkel ist, ist der Lichtmangel deshalb schon lange ein wichtiges Thema. Im hiesigen Mitteleuropa ist es erst durch den Menschen selbst zu einem geworden. Die Ursache dafür liegt in der modernen Arbeitswelt begründet. Immer mehr Menschen haben hierzulande einen Bürojob oder arbeiten in Schichtarbeit. Die Folge ist, dass viele Menschen auch in unseren Breitengraden häufig zu wenig natürliches Sonnenlicht abbekommen.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat diese Entwicklung dazu geführt, dass auch im eigentlich ausreichend hellen Mitteleuropa immer mehr Menschen an durch Lichtmangel verursachten Krankheiten leiden. Die bekannteste dieser Krankheiten ist die sogenannte Winterdepression, die auch als saisonal-abhängige Depression (SAD) bezeichnet wird.

Ein vielversprechender Ansatz zur erfolgreichen Behandlung der Herbst- bzw. Winterdepression oder weiteren Krankheiten, deren Ursache vor allem in einem Lichtdefizit während der dunklen Jahreszeit begründet liegt, ist die sogenannte Lichttherapie.

Was ist Lichttherapie?

Als Lichttherapie bezeichnet man den Einsatz von Licht für medizinische Zwecke. Je nach Erkrankung werden dabei unterschiedliche Arten von Licht genutzt. Üblicherweise dienen spezielle Lichttherapie-Lampen, wie zum Beispiel Tageslichtlampen, als künstliche Lichtquelle für die Behandlung.

Wie wirkt Lichttherapie?

Sinn und Zweck der Lichttherapie ist die Beseitigung des Tageslichtdefizits, so dass man die Behandlung der Erkrankung ursächlich fokussiert angeht und nicht nur die Symptome bekämpft. Aus diesem Grund versucht man den dauerhaften Sonnenlichtmangel durch den Einsatz von Tageslichtlampen, die auch als Lichtduschen bezeichnet werden, auszugleichen.

Auch künstliches Licht kann von den speziellen Nervenzellen auf der Netzhaut des Auges aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet werden. Dazu muss es allerdings in seinen physischen Eigenschaften dem natürlichen Sonnenlicht möglichst ähnlich sein. Ist dies durch die Tageslichtlampe gewährleistet, so wirkt das künstliche Tageslicht biochemisch gesehen genauso wie das Sonnenlicht und kann folglich zum Beispiel auch die Überproduktion von Melatonin beenden.

Studien belegen Wirksamkeit

Die Tageslichttherapie ist ein probates Mittel, um Erkrankungen, die durch andauernden Lichtmangel verursacht werden, zu behandeln. Besonders geeignet ist die Lichttherapie zur Behandlung der Winterdepression, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien inzwischen belegen konnten. Detailiertere Informationen zu diesen Studien haben wir in unserem Artikel über die Erfahrungen mit Lichttherapie aufgeführt.

Die Anwendung der Lichttherapie im Detail

Damit die Lichttherapie den gewünschten Behandlungserfolg bringt, muss sie korrekt durchgeführt werden. Im folgenden Abschnitt möchten wir deshalb erklären, wie die richtige Anwendung funktioniert.

Der richtige Zeitpunkt

Einer der wichtigsten Punkte, den es bei der Anwendung der Lichttherapie zu beachten gilt, ist der Zeitpunkt der Anwendung. Da die tägliche Lichtdusche die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hemmt und gleichzeitig stimmungsaufhellend und belebend wirkt, sollte die Anwendung stets möglichst direkt nach dem Aufstehen erfolgen.

Eine zusätzliche, kürzere Anwendung zur Unterstützung der Wirkung ist zum Beispiel auch nachmittags denkbar. Wichtig ist jedoch, dass die Lichttherapie nicht kurz vor dem geplanten Schlafengehen angewendet wird. Hier wären sonst Einschlafprobleme vorprogrammiert, denn das zusätzliche Licht würde auch hier die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmen.

Das richtige Licht

Damit die Lichttherapie die gewünschte Wirkung zeigen kann, muss das von der Lichttherapie-Lampe ausgestrahlte künstliche Licht möglichst dem natürlichen Sonnenlicht gleichen. Zum Einsatz kommen deshalb nur Lampen, die ein weißes, manchmal auch weiß-blaues Licht erzeugen. Wichtig ist hier allerdings, dass der für Augen und Haut gefährliche UV-Anteil durch spezielle Filter aus dem künstlichen Tageslicht herausgefiltert wird.

Die richtige Beleuchtungsstärke

Damit das künstliche Licht der Lichttherapie überhaupt eine Wirkung erzielen kann, muss es ausreichend hell sein. Mit der normalen Zimmerbeleuchtung kommt man in etwa auf eine Beleuchtungsstärke von 300 bis 800 Lux. Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass mindestens eine Beleuchtungsstärke von 2500 Lux vorherrschen muss, damit künstliches Licht genauso wie das Sonnenlicht wirkt.

Gute Lichttherapie-Geräte bzw. Tageslichtlampen strahlen heute aber sogar Licht mit einer Helligkeit von 10000 Lux aus, was für eine verkürzte Anwendungszeit sorgen kann. Wem das jetzt zu viel des Guten erscheint: Während der Mittagszeit im Sommer erreicht die Sonne im Freien eine Helligkeit von ca. 100000 Lux.

Die richtige Position

Die Nervenzellen, die das Licht aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten sollen, befinden sich in der Netzhaut des Auges. Die Tageslichtlampe muss also so platziert werden, dass man das Licht auch tatsächlich in ausreichendem Maße aufnehmen kann. Experten raten deshalb dazu, den Abstand zur Tageslichtlampe in einem Bereich von maximal 50 bis 100 cm zu halten, denn je näher man der Lichtquelle ist, desto mehr Licht bekommt man auch ab.

Viele denken, dass sie die ganze Zeit förmlich in die Tageslichtlampe starren müssen. Dies ist aber nicht der Fall, denn ab und an ein kurzer Blick in die Lampe ist völlig ausreichend. Bei einer entsprechenden Platzierung der Tageslichtlampe im Sichtfeld des Anwenders können die speziellen Nervenzellen in der Netzhaut sogar noch einen kleinen Teil des Lichts durch die geschlossenen Augenlider aufnehmen. Das Tragen von Sonnenbrillen während der Anwendung hingegen kann jedoch eine Wirkung verhindern.

Die richtige Dauer

Die richtige Anwendungsdauer der Lichttherapie sorgt dafür, dass das Tageslichtdefizit durch künstliches Licht ausgeglichen werden kann. Grundsätzlich sollte die Lichttherapie deshalb über einen Zeitraum von mindestens zwei bis vier Wochen täglich durchgeführt werden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.

Wie lange eine einzelne Anwendung dafür dauern muss, ist in erster Linie von der Helligkeit der eingesetzten Tageslichtlampe abhängig. Bei modernen Geräten mit 10000 Lux beispielsweise reichen bereits 30 bis 40 Minuten pro Anwendung. Schafft das Lichttherapie-Gerät hingegen nur die Mindesthelligkeit von 2500 Lux, ist eine längere Anwendungsdauer von bis zu 120 Minuten täglich nötig.

Mögliche Nebenwirkungen

Auch bei der Lichttherapie kann es unter bestimmten Umständen zu Nebenwirkungen kommen. Diese treten aber nur selten auf, sind in der Regel ungefährlich, eher schwach ausgeprägt, gehen schnell von allein wieder weg und nehmen üblicherweise mit der Zeit auch ab. Dennoch sollte man natürlich über mögliche Nebenwirkungen Bescheid wissen, um gegebenenfalls darauf reagieren zu können.

In der Literatur wird von folgenden Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Lichttherapie gesprochen:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Überanstrengte Augen
  • Spannungsgefühle auf der Haut
  • Benommenheit
  • Übelkeit

Diese Nebenwirkungen treten hauptsächlich zu Beginn der Tageslichttherapie auf und nehmen im Normalfall mit zunehmender Behandlungsdauer ab oder verschwinden sogar komplett. Ein Herabsetzen der Lichtdosis kann sich ebenfalls positiv auf mögliche Nebenwirkungen auswirken. Im Zweifelsfall sollte man das Vorgehen mit seinem Arzt besprechen.

Weitere häufige Fragen und Antworten

Bestimmte Fragen hört man zum Thema Lichttherapie immer wieder. Wir haben im folgenden Abschnitt einige dieser Fragen gesammelt und beantwortet.

Wie funktioniert eine Lichttherapie?

Eine Tageslichttherapie wird dann angewendet, wenn eine Erkrankung durch ein Tageslichtdefizit ausgelöst wurde. Dies kann zum Beispiel bei ständiger Schichtarbeit oder aber auch bei ausschließlicher Büroarbeit während der Wintermonate der Fall sein. Da die Betroffenen zu wenig natürliches Sonnenlicht aufnehmen und die Beleuchtung in den Räumen nicht dieselbe Wirkung erzielt, wird bei der Lichttherapie mit künstlichem Tageslicht nachgeholfen.

Spezielle Tageslichtlampen imitieren dabei im physikalischen Sinne weitestgehend das natürliche Tageslicht der Sonne und können so dieselbe Wirkung erzielen. Informationen zur genauen Funktionsweise der Lichttherapie und zur biologischen Bedeutung des Sonnenlichts für den menschlichen Körper haben wir oben unter dem Punkt „Was ist Lichttherapie?“ aufgeführt.

Warum wirkt die normale Zimmerbeleuchtung nicht?

Die Beleuchtung von Innenräumen entspricht in Sachen Lichteigenschaften nicht dem natürlichen Sonnenlicht. Das Licht von Deckenlampen beispielsweise besitzt eine andere, wärmere Lichtfarbe als das weiße Sonnenlicht. Zusätzlich ist bei der Deckenlampe auch die nötige Beleuchtungsintensität nicht gegeben. Statt der benötigten 2500 Lux kommt die Zimmerbeleuchtung lediglich auf ca. 300 bis 800 Lux.

Was kostet Lichttherapie?

Die Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe ist relativ günstig. Da die Anwendung üblicherweise nach Absprache mit dem Arzt zuhause in Eigenregie stattfindet, wird eigentlich nur eine gute Tageslichtlampe benötigt. Diese schlägt mit ca. 50 bis 150 Euro zu Buche. In den allermeisten Fällen werden diese Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen, ein Antrag auf Kostenübernahme kann jedoch trotzdem eingereicht werden. Je nach Schweregrad der Erkrankung und je nachdem welche anderen Therpieversuche bereits versucht wurden hat man vielleicht doch Glück.

Wer bietet Lichttherapie an?

Manche Psychologen bieten ihren Patienten die Möglichkeit an, die Lichttherapie in der Praxis durchzuführen. Da man für die Lichttherapie allerdings lediglich eine Tageslichtlampe bzw. Lichtdusche benötigt, wird sie üblicherweise eigenständig zuhause durchgeführt.

Wie schnell wirkt Lichttherapie?

Die Tageslichttherapie schlägt bei der Winterdepression relativ schnell an. Wie lange es genau dauert, bis eine Wirkung eintritt, ist zum einen von der regelmäßigen und korrekten Anwendung und zum anderen natürlich auch immer vom Einzelfall abhängig. Viele Betroffene konnten bereits nach nur 3 bis 4 Tagen der Anwendung eine leichte Besserung ihrer Symptome feststellen. Nach allerspätestens 2 Wochen sollte die Lichttherapie Wirkung zeigen. Ist dies nicht der Fall, sollte man seinen Arzt konsultieren.

Wie lange muss man Lichttherapie anwenden?

Damit die Lichttherapie ihre optimale Wirkung erzielen kann, muss man sie korrekt anwenden. Regelmäßigkeit und die richtige Dauer der Anwendung sind hier die wichtigsten Punkte. Grundsätzlich gilt, dass eine Lichttherapie über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen durchgeführt werden sollte. Während dieser Zeit muss man sich wirklich jeden Tag vor die Tageslichtlampe setzen, auch wenn man an einem Tag vielleicht mal gar keine Symptome verspürt.

Wie lange eine einzelne Anwendung dauern sollte, hängt von der Lichtmenge ab, die letztendlich beim Betroffenen ankommt. Wieviel Licht ankommt, ist dabei wiederum vor allem von der Beleuchtungsstärke der Tageslichtlampe und dem Abstand zu dieser abhängig. Bei einer Tageslichtlampe mit 10000 Lux zum Beispiel reicht bereits eine Anwendungsdauer von 30 Minuten pro Tag aus. Leuchtet die Tageslampe hingegen nicht ganz so stark, dann kann man dies über eine längere Anwendungsdauer von bis zu 2 Stunden täglich ausgleichen. Beachten sollte man dabei aber, dass eine Wirkung erst ab einer Beleuchtungsstärke von etwa 2500 Lux erzielt werden kann.

Wann sollte man die Lichttherapie anwenden?

Zu welcher Tageszeit die Lichttherapie angewendet werden sollte, ist hauptsächlich vom individuellen Tag-Nacht-Rhythmus abhängig. Da die Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe hemmend auf die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin wirkt und es durch das Ansteigen des Serotonin-Spiegels gleichzeitig zu einer belebenden Wirkung kommt, sollte die Tageslichttherapie nicht vor dem geplanten Schlafengehen angewendet werden. Ansonsten sind nämlich Schlafprobleme vorprogrammiert. Der beste Zeitpunkt für die Anwendung ist stattdessen direkt nach dem Aufstehen.

Kann man von der Lichttherapie Augenschäden davontragen?

Lichttherapie-Lampen werden von den Herstellern üblicherweise mit speziellen Filtern ausgestattet, die das für die Augen potenziell gefährliche UV-Licht herausfiltern. Man sollte also in jedem Fall darauf achten, dass die Tageslichtlampe einen entsprechenden UV-Filter besitzt.

Ein weiteres Problem für die Augen kann eine hohe Blaulicht-Bestrahlung sein. Reines Blaulicht kann über einen längeren Zeitraum zu Schäden am Auge führen, da bestimmte natürliche Schutzmechanismen des Auges bei reinem Blaulichteinfall teilweise nicht greifen. Dieses Problem begegnen die Hersteller von Lichttherapie-Geräten meist dadurch, dass sie dem blauen Licht noch weitere Farbanteile zusetzen. Auch hier sollte man also beim Kauf der Tageslichtlampe auf eine geeignete Lichtfarbe achten.

Außerdem kann es durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, zu denen zum Beispiel auch einige Antidepressiva zählen, oder bereits vorhandene Augenerkrankungen zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen. Auch hier kann es unter Umständen zu Problemen durch die Lichttherapie kommen. Aus diesem Grund sollte man vor Therapiebeginn einen Arzt konsultieren.

Kann eine Lichttherapie die Einnahme von Antidepressiva ersetzen?

Eine pauschale Antwort ist hier leider nicht möglich, denn es kommt letztendlich immer auf den Einzelfall und die Art der Depression an. Leidet der Betroffene zum Beispiel aufgrund von Tageslichtmangel an einer Winterdepression, so ist in der Regel eine Lichttherapie ausreichend und die behandelnden Ärzte verschreiben erst gar keine Antidepressiva, da eine kausale Behandlung stets im Vordergrund steht.

Etwas anders sieht es da schon bei anderen Depressionsarten aus. Hier wird die Lichttherapie üblicherweise nur als ergänzende Behandlung angewendet. Ob eine zusätzliche Einnahme von Antidepressiva oder anderer Psychopharmaka nötig ist, entscheidet der behandelnde Arzt anhand des individuellen Beschwerdebilds.

Medizinischer Hinweis

Wir raten von einer Eigendiagnose und einer Behandlung von Krankheiten in Eigenregie dringend ab! Vor Beginn einer Lichttherapie sollte man sich von einem Arzt untersuchen lassen und im Rahmen dieser Diagnosestellung etwaige Behandlungsmöglichkeiten besprechen. Die Ausführungen in diesem Artikel sind nicht als individuelle Handlungs- bzw. Therapieempfehlungen zu verstehen, sondern als allgemeine Informationen zum Thema.

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Wer schreibt hier? Hallo, ich bin Tom und schreibe auf dieser Seite über das Thema Winterdepression. Als Redakteur mit über 10 Jahren Berufserfahrung habe ich mich auf das Verfassen von Themen-Ratgebern spezialisiert. In meinen Artikeln versuche ich, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie möglichst für jeden verständlich sind.