Veröffentlicht von: Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 28.02.2018 · Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Studien zur Lichttherapie und Erfahrungen mit Tageslichtlampen

Viele, die das erste Mal von einer Tageslichtlampe hören, fragen sich, was es damit auf sich hat und ob die Lichttherapie überhaupt funktioniert. Auch ich war da keine Ausnahme. Nun ist eine gesunde Portion Skepsis gerade auch bei medizinischen Themen eigentlich nie verkehrt. Damit man sich ein objektives Urteil bilden kann, sollte man sich aber erst einmal gründlich über ein Thema informieren. Das habe auch ich getan und möchte euch nun an meinen Recherchen in wissenschaftlichen Studien teilhaben lassen. Außerdem berichte ich natürlich auch von meinen eigenen Lichttherapie-Erfahrungen.

Wissenschaftliche Studien zur Lichttherapie bei Winterdepression

Bereits seit den 1980er Jahren befasst sich die Wissenschaft mit der Lichttherapie zur Behandlung von Winterdepression und ähnlichen Krankheiten. Seitdem wurde die Wirksamkeit dieses Therapieansatzes in zahlreichen klinischen Studien überprüft. Die Überprüfung nach korrekten wissenschaftlichen Standards ist dabei allerdings gar nicht so einfach.

Erste Studien belegen positive Wirkung von Lichttherapie

Zu Beginn gingen die Wissenschaftler in ihren Studien (siehe z.B. hier, hier oder hier) deshalb häufig wissenschaftlich nicht ganz korrekt vor und untersuchten lediglich, ob die Lichttherapie bei den Betroffenen zu einer Verbesserung der Symptome führt oder nicht. Man ging dabei so vor, dass man zu Studienbeginn bei den Teilnehmern den Schweregrad ihrer Erkrankung anhand der sogenannten Hamilton-Skala einschätzte. Diese wird häufig zur Diagnose von Depressionen genutzt.

Danach folgte eine mehrwöchige Anwendung der Lichttherapie. Im Anschluss wurden die Studienteilnehmer dann erneut anhand der Hamilton-Skala eingeschätzt, um untersuchen zu können ob die Lichttherapie bei ihnen gewirkt hatte. Bei diesen Untersuchungen fand man dann auch tatsächlich heraus, dass die Studienteilnehmer nach Absolvierung der Lichttherapie mehrheitlich von einer Besserung ihrer Symptome berichteten. Dennoch konnte man mit dieser Vorgehensweise andere Effekte, wie zum Beispiel einen Placebo-Effekt, nicht ausschließen.

Weitere Studien schließen reinen Placebo-Effekt aus

Um diesem Problem zu begegnen, ging man in späteren Studien (siehe z.B. hier, hier oder hier) deshalb anders vor. Um einen Placebo-Effekt ausschließen zu können, teilte man die Studienteilnehmer in zwei Gruppen ein. Die eine Hälfte der Studienteilnehmer wurde dann über einen Zeitraum von mehreren Wochen mit normalen Lichttherapie-Geräten korrekt behandelt. Bei der anderen Hälfte der Studienteilnehmer kamen wiederum nur Attrappen zum Einsatz. Zur Einschätzung der Symptome wurde wieder die Hamilton-Skala genutzt.

In den folgenden Untersuchungen zeigte sich, dass ein möglicher Placebo-Effekt tatsächlich eine Rolle spielen könnte, denn auch bei Teilnehmern aus der Placebo-Gruppe kam es zu einer Verbesserung der Symptome. Dennoch konnte man auch zeigen, dass die Lichttherapie funktioniert. Denn bei der Placebo-Gruppe kam es zwar zu einer Besserung der Symptomatik. Bei den Teilnehmern, die tatsächlich die Lichttherapie absolvierten, fiel diese Verbesserung statistisch gesehen allerdings signifikant größer aus.

Lichttherapie im Vergleich zu Antidepressiva

Die verschiedenen Studien konnten also in der Tat die medizinische Wirksamkeit der Lichttherapie nachweisen. Mit diesem Ergebnis allein gaben sich einige Wissenschaftler allerdings nicht zufrieden. Sie wollten wissen, wie gut die Lichttherapie nun tatsächlich wirkt. Aus diesem Grund wurden weitere Studien durchgeführt (siehe z.B. hier, hier oder hier), bei denen die Wirksamkeit der Lichttherapie im Vergleich zur Wirksamkeit einer Therapie mit Antidepressiva untersucht wurde.

Hier ging man so vor, dass man die Studienteilnehmer erneut in zwei zufällig ausgewählte Gruppen einteilte. Die erste Gruppe absolvierte über mehrere Wochen ganz normal die Lichttherapie und bekam zusätzlich täglich eine Placebo-Kapsel verabreicht. Die zweite Gruppe wiederum bekam das Antidepressivum Fluoxetin verabreicht und musste zusätzlich noch eine Pseudo-Lichttherapie bei einer Beleuchtungsstärke weit unter dem Wirkungsniveau absolvieren.

Die späteren Untersuchungen der beiden Gruppen kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl die Lichttherapie als auch das Antidepressivum bei den Studienteilnehmern zu einer Verbesserung der Symptome führten. Der Grad der Verbesserung war dabei bei beiden Behandlungsansätzen gleich, so dass die Studien belegen konnten, dass die Lichttherapie bei Winterdepression genau so gut wirkt wie die Einnahme von Antidepressiva. Der einzig beachtenswerte Unterschied war, dass die Wirkung der Lichttherapie im Schnitt früher einsetzte.

Weitere Erfahrungsberichte zur Lichttherapie

Auch im nicht-wissenschaftlichen Bereich wird sich viel mit der Lichttherapie beschäftigt. Dies ist in Anbetracht dessen, dass Schätzungen zufolge bis zu 3 % der Bevölkerung unter einer saisonal-abhängigen Depression leiden, nicht weiter verwunderlich. Schließlich ist die Lichttherapie bei dieser Form der Depression für viele Ärzte heute das Mittel der Wahl für eine erfolgreiche Behandlung. Somit machen inzwischen auch immer mehr Betroffene ihre eigenen wertvollen Erfahrungen mit der Lichttherapie.

Erfahrungsberichte aus Foren

Im heutigen Internetzeitalter lassen die Betroffenen natürlich auch häufig andere an ihren Erfahrungen teilhaben, so dass auch diese nicht-wissenschaftlichen Erfahrungsberichte aus der tatsächlichen Praxis als weitere Informationsquelle genutzt werden können. In vielen Internet-Foren beispielsweise wird über das Thema Lichttherapie geschrieben – und das meinen Recherchen nach mehrheitlich sehr positiv (siehe z.B. hier, hier oder hier).

Erfahrungsberichte aus Kundenrezensionen

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch, wenn man sich die zahlreichen Rezensionen zu den verschiedenen Tageslichtlampen auf Amazon.de anschaut. Auch hier sind die meisten Nutzer von den Tageslichtlampen bzw. der Lichttherapie an sich überzeugt und berichten mehrheitlich über positive Erfahrungen (siehe z.B. hier, hier oder hier).

Meine persönlichen Erfahrungen mit Tageslichtlampen

Wissenschaftliche Studien und Erfahrungen aus zweiter Hand sind das eine. Ich wollte mir aber auch ein eigenes, unabhängiges Bild von der Lichttherapie machen und habe deshalb den Tageslichtlampen Test gestartet. Der Hintergrund ist, dass auch ich während der dunklen Wintermonate mit dem Lichtmangel und seinen Folgen zu kämpfen habe. Während dieser Zeit leide ich an Antriebslosigkeit, verstärkter Müdigkeit und einem übermäßigen Appetit auf Süßes – klassische Symptome eines Lichtmangels.

Der Selbstversuch

Da die Lichttherapie sehr einfach zu Hause durchgeführt werden kann und Tageslichtlampen bereits ab ca. 50 Euro zu erwerben sind, lag ein Selbstversuch nahe. Ich wollte einfach sehen, was verschiedene Tageslichtlampen taugen und ob die Lichtduschen bei mir Wirkung zeigen. Gesagt, getan – und schon war die erste Tageslichtlampe bei Amazon.de bestellt.

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Wer schreibt hier? Hallo, ich bin Tom und schreibe auf dieser Seite über das Thema Winterdepression. Als Redakteur mit über 10 Jahren Berufserfahrung habe ich mich auf das Verfassen von Themen-Ratgebern spezialisiert. In meinen Artikeln versuche ich, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie möglichst für jeden verständlich sind.